Periodische Schutzraumkontrolle

Während des jährlichen Wiederholungskurses vom 9.März bis 20. März führten zwölf Angehörige des Zivilschutz Olten periodische Schutzraumkontrollen durch. In Gruppen von drei bis sechs Personen besuchten sie private Wohnhäuser wie auch Mehrfamilienhäuser, Blöcke und öffentliche Gebäudeanlagen, wo sie die Schutzräume auf ihre Funktionsfähigkeit untersuchten.

Die periodische Schutzraumkontrolle ist ein zentrales Element des Bevölkerungsschutzes und stellt sicher, dass Schutzräume im Ernstfall ihre Funktion zuverlässig erfüllen. Durch regelmässige Überprüfungen wird gewährleistet, dass bauliche und technische Voraussetzungen den gesetzlichen Anforderungen entsprechen und die Bevölkerung wirksam geschützt ist.

Manuelle Bedienung für den Ventilationsaggregator (VA), falls der Strom ausfällt.

Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, ob die Räume im Ernstfall tatsächlich Schutz bieten können. Dazu wird unter anderem geprüft, ob die Räume luftdicht sind und ob mit dem Lüftungsgerät ein Überdruck erzeugt werden kann. Diese Dichtigkeit ist entscheidend, damit beispielsweise im Fall eines Gasangriffs keine schädlichen Stoffe von aussen in den Schutzraum gelangen können.

Neben der Dichtigkeit werden auch weitere Elemente kontrolliert. Dazu gehören beispielsweise Türen, Dichtungen, Lüftungsanlagen und Stromanschlüsse. Besonders in grösseren öffentlichen Schutzräumen gibt es häufig zusätzliche technische Anlagen wie Panzerschiebetüren oder mehrere Lüftungssysteme, die einzeln überprüft werden müssen. Solche Anlagen erfordern deutlich mehr Zeit und Personal als Kontrollen in privaten Schutzräumen. Deshalb konzentrieren sich die Teams im Alltag hauptsächlich auf Schutzräume in Wohnhäusern.

Während der Kontrollen unterscheiden die Teams zwischen leichten und kritischen Mängeln. Häufig handelt es sich um kleinere Probleme wie spröde Gummidichtungen oder einen nicht funktionierenden Stromanschluss für die Lüftungsanlage. Diese gelten als leichte Mängel, da die Lüftungsgeräte auch manuell mit einer Handkurbel betrieben werden können.

Fehlt diese Möglichkeit oder sind wichtige Bauteile stark beschädigt, wird dies als kritischer Mangel eingestuft. Alle festgestellten Probleme werden in einem Mängelprotokoll festgehalten. Die Eigentümerinnen und Eigentümer der Liegenschaft sind verpflichtet, diese innerhalb einer bestimmten Frist zu beheben. Anschliessend folgt eine erneute Kontrolle durch den Zivilschutz.

Meistens befinden sich Schutzräume in Einfamilienhäusern in gutem Zustand. Schwieriger gestaltet sich die Kontrolle oft in Mehrfamilienhäusern. Dort werden Schutzräume teilweise als Kellerabteile genutzt, was grundsätzlich erlaubt ist, vorausgesetzt, das gelagerte Material kann im Ernstfall innerhalb von 24 bis 48 Stunden entfernt werden.

„Leichte Mängel haben wir immer wieder. Kritische Mängel kommen aber deutlich seltener vor.“
Manuel Summermatter – Zivilschützer

Der Hausmeister schliesst den Zivilschützer das Kellerabteil auf.

In der Praxis kommt es jedoch häufig vor, dass einzelne Kellerabteile verschlossen sind und weder Hausverwaltung noch Zivilschutz Zugang haben. In solchen Fällen muss ein neuer Termin vereinbart werden, damit die Kontrolle vollständig durchgeführt werden kann.

Für die Durchführung der Schutzraumkontrollen erhalten die Zivilschutzangehörigen zunächst eine eintägige Ausbildung. Das meiste Wissen wird jedoch in der Praxis erworben. Durch die Zusammenarbeit mit erfahrenen Kolleginnen und Kollegen lernen neue Mitglieder schnell, worauf sie achten müssen.

Nach wenigen Tagen Routine sind die wichtigsten Abläufe meist bereits vertraut, denn die Kontrollen folgen einer klaren Checkliste.