WK Mix Pionier & Betreuer – Fachübergreifende Zusammenarbeit in der Praxis
Die Anforderungen an die Angehörigen des Zivilschutzes entwickeln sich stetig weiter – längst reicht es nicht mehr aus, sich ausschliesslich im eigenen Fachbereich auszukennen. Um dieser Entwicklung Rechnung zu tragen, wurde erneut ein Wiederholungskurs durchgeführt, der gezielt den Austausch zwischen den Fachgebieten Pionier und Betreuung fördert.
Dieser WK fand vom 7. Oktober bis 10. Oktober 2025 statt und das ist bereits der zweite WK, welcher dieses Jahr in dieser Form stattfindet. In dieser Woche sind um die 30 Zivilschützer beteiligt, die meisten davon ausgebildete Pioniere im Zivilschutz. Die Idee, Zivilschützer über die Grenzen ihrer Spezialisierung hinaus zu schulen, entstand bereits vor rund zwei Jahren. Die Kursverantwortlichen Raffael Keller (Kp Kdt Betreuung) und Gabriel Stolz (Kp Kdt Pionier) setzten damals den Grundstein für ein innovatives Ausbildungskonzept, das nun erneut erfolgreich umgesetzt wurde. Ziel ist es, den Teilnehmenden ein breiteres Verständnis für die Aufgaben anderer Fachbereiche zu vermitteln und sie auf interdisziplinäre Einsätze vorzubereiten.

Theorie trifft Praxis – Rollstühle, Kommunikation und neue Perspektiven
Für viele Pionier-Zivilschützer war dieser Kurs die erste Berührung mit dem Fachbereich Betreuung. Das betrifft insbesondere den Umgang mit Hilfsmitteln wie Rollstühlen oder Blindenstöcken. In der Zivilschutzanlage Trimbach wurden sie in kompakten Lektionen à 45 Minuten unterrichtet und begleitet von erfahrenen Betreuer-Gruppenführern. Die Inhalte reichten von Kommunikationstechniken über Mobilisationstechniken bis hin zur Führung sehbehinderter Personen. Gleichzeitig standen die Betreuer-Gruppenführer vor der Herausforderung, ihre Fachkenntnisse an eine fachfremde Gruppe zu vermitteln – eine Aufgabe, die didaktisches Geschick und Geduld erforderte. Ein Teilnehmer schilderte seine Eindrücke folgendermassen:
„Man merkt schnell, wie viel Verantwortung man trägt, wenn man jemanden im Rollstuhl begleitet. Es ist eine ganz andere Art von Einsatz – körperlich wie auch mental.“
Lernen durch Tun – wertvolle Begegnungen im Altersheim
An den letzten beiden Kurstagen verlagerten sich die Aktivitäten in drei Altersheime der Einsatzregion. Dort konnten die Pioniere ihre neu gewonnenen Kenntnisse direkt anwenden – sei es beim Begleiten von Bewohnenden oder bei der Mitgestaltung von Tagesprogrammen.
Die Zusammenarbeit mit dem Pflegepersonal vor Ort erwies sich als besonders wertvoll. In kurzen Fachinputs erhielten die Zivilschützer Einblicke in Themen wie Transfertechniken oder den Umgang mit demenziell erkrankten Personen. Wertvolles Wissen, das im Ernstfall entscheidend sein kann.

Fazit – Ein Gewinn für alle Beteiligten
Der WK Mix hat einmal mehr gezeigt, wie bereichernd fachübergreifende Ausbildung sein kann. Die Zivilschützer erweiterten nicht nur ihr Wissen, sondern auch ihr Verständnis für die Bedürfnisse und Herausforderungen anderer Einsatzbereiche. Die Altersheime profitierten von zusätzlicher Unterstützung, und die Teilnehmenden nahmen wertvolle Erfahrungen mit. Dies gilt sowohl für den Zivilschutzdienst als auch für den Alltag.
