WK Mix Betreuer & Pionier – Wenn Zusammenarbeit Leben retten kann

Ein Wiederholungskurs der besonderen Art fand kürzlich im Rahmen der Regionalen Zivilschutzorganisation Olten statt: Zum ersten Mal wurde den Soldaten der Betreuergruppe das Basiswissen der Pioniertruppe vermittelt. Eine bereichsübergreifende Woche mit viel Praxis, eindrücklichen Szenarien und einem klaren Ziel: Im Ernstfall einsatzbereit und unterstützend mitwirken zu können.

40 Zivilschützer im aktiven Einsatz:
Rund 40 Betreuer nahmen am einwöchigen WK teil. Unterstützt wurden sie durch erfahrene Pionier-Gruppenführer, die Zugführer der Betreuer, Fahrer, Köche, den Materialwart sowie dem Kommandostab der Pioniere. Die Ausbildungswoche war klar gegliedert. Jeder Tag bot das Erlernen neuer Fähigkeiten, neue Herausforderungen und realitätsnahe Aufgaben.

Zivilschützer erlernen neue Knoten


Täglich neue Schwerpunkte:
Tag 1 startete mit den Grundlagen: das Aufstellen von Leuchten, der Betrieb von Generatoren und das Erlernen wichtiger Knoten.
Tag 2 brachte bereits erste Einsatzerfahrungen. Vom Auspumpen überfluteter Keller bis hin zur Bedienung von Schleif- und Schneidgeräten. Auch die Patientenbeurteilung kam nicht zu kurz.
Tag 3 widmete sich dem Stollenbau, dem Absuchen von Schadenslagen sowie dem Abstützen von Türen, Decken und Wänden mit Hilfskonstruktionen.
Tag 4 wurde schweres Gerät eingesetzt: Meisselhammer, Kombihammer, Hebekissen und Habegger Handseilzuggerät standen im Mittelpunkt. Ergänzt durch den Umgang mit persönlicher Schutzausrüstung gegen Absturz (PSAgA), wichtig bei Arbeiten in steilem Gelände.
Tag 5 schloss mit einer realitätsnahen Übung ab. Das Gelernte wurde unter Zeitdruck und in komplexen Lagen angewendet.

Zivilschützer im Einsatz mit einem Trennschleifer


Die Abschlussübung – Ein Erdbebenszenario:
Die Abschlussübung simulierte ein starkes Erdbeben mit dem Einsturz eines Mehrfamilienhauses. Vier Gruppen arbeiteten parallel an unterschiedlichen Aufträgen:

  • Aufbau eines Ausgleichsbeckens zur Wasserbereitstellung
  • Trümmerarbeiten mit Abbauhämmern und Spaten
  • Bau von Hilfskonstruktionen, Beleuchtung und Personensuche in Erdgeschoss, Obergeschoss und Untergeschoss
  • Absuchen eines verschütteten Gangs nach Verletzten

Die Koordination verlief professionell über den Kommandoposten Front (KP Front). Die Gruppen meldeten ihre Fortschritte, Erfolge oder Unterstützungsbedarfs an den Zugführer, der durch seine Anwesenheit auf dem Schadenplatz laufend die Lage beurteilte und neue Aufträge zuteilte.

Voller Einsatz bei der Abschlussübung


Ein starkes Zeichen für Zusammenarbeit
Dieser WK zeigte eindrucksvoll, wie wichtig die bereichsübergreifende Zusammenarbeit im Zivilschutz ist. Durch die Vermittlung von Pionierwissen an Betreuer entsteht nicht nur mehr Flexibilität, sondern auch ein besseres gegenseitiges Verständnis für die Arbeit der anderen Truppen. Ein starkes Zeichen für den Ernstfall und für den Zusammenhalt des RZSO.